Freitag, 18. Mai 2018

Nachhilfe für Hundehalter

Eigentlich wollte ich diesem Thema keinen weiteren Beitrag widmen und dachte, dass es mit "Die gefürchteten freilaufenden Tutnixe" getan wäre. Aber nach den letzten Erlebnissen platzt mir ehrlich gesagt fast die Hutschnur. 

Jetzt mal eine kleine Nachhilfe-Einheit in den Fächern "Verantwortungsbewusstsein" und "Rücksicht nehmen" für Hundehalter:

Kommt einem ein anderer Hundehalter entgegen, der schon extra auf den Wegrand ausweicht und seinen Hund bei Fuß gehen lässt, ist anzunehmen, dass dieser keinen Kontakt zwischen seinem und meinem Hund wünscht. Laufe ich nun in dessen Richtung und führe dann noch meinen rüpelhaften 30kg-Labbi an einer ausziehbaren Flexi-Leine, so habe ich diese wenigstens zu stoppen und gut festzuhalten. Denn es braucht mich nicht zu wundern, dass der andere Hundehalter weniger begeistert reagiert, wenn ich meinen Labbi einfach auf ihn und seinen Hund zustürmen lasse.

Da bringt mir auch mein nett gemeintes "Der tut ja nix!" nichts mehr- denn: 
  1. kann ich das nie zu 100% wissen!
  2. weiß ich doch gar nicht, wie der andere Hund auf so eine Distanzlosigkeit reagiert.
  3. kann der andere Hund krank/ läufig/ oder sonst was sein.
Ergo: Das macht man nicht!
Von einem Einzelfall kann da leider auch nicht mehr die Rede sein, denn genau das ist uns allein heute Vormittag bereits mehrmals passiert.

Genauso verantwortungslos ist es, seine (möglicherweise läufige) Hündin während seiner Nachtschicht in einem Lokal frei in der Nachbarschaft herumstreunern zu lassen.
Joker fand es zwar ganz nett, dass ihm die Hundedame bei der letzten Abendrunde hinterher tänzelte, aber mir blieb regelmäßig das Herz stehen, als die Hündin von einer Straßenseite zur anderen sprang und dabei jedes Mal nur knapp nicht unters Auto kam.
Da bringt es auch nichts, wenn man als Halterin der Hündin sein verantwortungsloses Handeln zu erklären versucht mit den Worten "Ja, Hund ist verrückt!".
Denn egal ob ungehorsam, verrückt oder hormongesteuert- einen Hund unbeaufsichtigt und wissentlich auf einer Fahrbahn rumlaufen zu lassen, ist brandgefährlich. Nicht nur für den Hund. Denn wenn dieser einen Unfall verursacht, weil der Fahrzeuglenker sein Auto verreisst, ist das ganze ganz schnell nicht mehr so lustig und unter Umständen auch ziemlich teuer.

Achso. Etwas positives hatten die Begegnungen mit den Tut-Nixen heute aber doch: ich bin wahnsinnig stolz auf Joker. Früher wäre unser kleiner Leinenrambo auch bei größerer Entfernung zum anderen Hund sofort ausgerastet.
Heute kamen die fremden Hunde (auch der Labbi- Joker's absolutes Feindbild) sehr nah an uns ran. Hätte ich den Kontakt dann einfach zugelassen, wäre die Situation auch hier zu 100%iger Wahrscheinlichkeit eskaliert.
Mittlerweile kann sich Joker aber darauf verlassen, dass ich keinen pöbelnden, distanzlosen Hund an mir vorbei bzw. an ihn ran lasse. Trotz geringer Entfernung konnten wir heute alle Hunde problemlos passieren- ohne Gepöbel unsererseits.
Das klappt leider bei bestimmten Hunden noch nicht immer, aber zu 90% kann ich mich darauf verlassen- spätestens nach einer kurzen Ansage.
Jetzt muss ich erst mal an mir selbst arbeiten- denn ich bin mittlerweile jedes Mal auf 180, wenn mir wieder ein Tut-Nix und (mit viel Glück auch) dessen Halter gegenüber steht.

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