Montag, 18. September 2017

Unsere Wut auf Tierärzte ..oder.. Wie wir Joker fast verloren hätten

Nach einer längeren Pause möchte ich euch erzählen, wie unser Vertrauen in Tierärzte mal wieder nachhaltig geschädigt wurde. Schon einmal hätten wir Joker fast verloren- weil wir zu sehr vertraut haben.



Ich zählte mich bislang nicht zu den Tierbesitzern, die prinzipiell jegliches Handeln ihrer Tierärzte in Frage stellen- leider! Denn hätten wir nur ab und an etwas mehr hinterfragt, wäre uns wohl einiges erspart geblieben.
Trotzdem soll das keine Hetze gegen Veterinärmediziner werden. Denn irgendwo soll es ja auch noch die "Guten" geben- die, die wirklich beabsichtigen, zum Wohle des Tieres zu handeln und nicht zu dem ihres Kontostandes...


Wie wir Joker fast verloren hätten
Schon seit wir Joker von klein auf haben, haben wir immer wieder mit seinen Magen-/Darmbeschwerden zu kämpfen. Im Mai wurde es allerdings besonders kritisch. Nach wochenlangem Durchfall und Erbrechen verordnete uns unsere frühere Tierärztin Diätfutter und Haferschleim- als Beilage dazu gab's jede Menge Antibiotika, Entwurmungstabletten (ohne vorherige Kotprobe) und einen ganzen Karton voller sonstiger Medikamente. Man vermutete entweder einen sehr hartnäckigen Virus oder eine Mandelentzündung.
Logischerweise war das viel zu viel des "Guten" für diesen kleinen Malteser-Körper. Eines Abends war er besonders schlapp, beim Spazieren mussten wir ihn hinterher ziehen und auch als wir eine Französische Bulldogge trafen, die er sonst ganz besonders gern mochte und die ihn sofort zum Spielen aufforderte, legte er sich nur daneben mitten am Gehweg hin. Zuhause angekommen hatte es den Anschein, als hätten wir plötzlich einen 16 Jahre alten, schwer kranken Hund. Als mein Freund Jokers Zahnfleisch bzw. Schleimhäute kontrollierte, sah man deutlich, dass diese völlig blass weiß waren.





Wir hatten panische Angst. Sofort ging's zur Notfallordination in die Tierklinik. Dort wurde ein Kleines Blutbild gemacht und Joker bekam Infusionen. Mehrmals fragte ich die Tierärztin, ob es auch wirklich nicht sein könnte, dass plötzlich ein oder mehrere Organe versagen und unser Hund die Nacht nicht überlebt. Aber eine genaue Antwort konnte auch sie mir nicht geben..
Kurz vor 1 Uhr früh ging es endlich wieder nach Hause. Mit dem Venenzugang an der Pfote legte ich Joker ins Bett, wo er genau in dieser Position die ganze Nacht liegen blieb. Er fühlte sich verdammt unwohl! Meine Mutter ließ damals die ganze Nacht ihr Handy angeschaltet- sie rechnete jederzeit damit, dass ich sie anrufen und ihr sagen würde, dass Joker es nicht geschafft hatte.
Am nächsten Morgen flüchtete er sich unters Bett und knurrte und fletschte die Zähne. Keiner konnte übersehen, dass er einfach keine Lust mehr hatte. Keine Lust auf den Venenzugang, auf Humpeln bei Spaziergängen, auf seine Schonkost,- und vor allem auf mich. Immerhin war ich diejenige, die ihn in der Tierklinik festgehalten hatte, während der Venenzugang etc. gelegt wurde.

Einen Tag, nachdem Jokers Kreislauf so zusammen gebrochen war, kam in der Tierklinik plötzlich der Verdacht auf, dass unser Hund einen Bandscheibenvorfall hätte, da dieser ab und zu eine Krümung am Rücken zeigte. Plötzlich wollte man mich dazu drängen, ihn in Narkose zu legen um ein CT durchführen zu können. Als ich meine Bedenken bezüglich der Narkose aussprach, nahm man diese nur bedingt ernst. Laut der Tierärztin wäre es nachlässig, nicht den freien Termin eine Stunde später für das CT wahrzunehmen- immerhin könnte ein unbehandelter Bandscheibenvorfall zu Lähmungen führen.
Ich war in der Zwickmühle. Mein Freund war zuhause und ich war völlig damit überfordert, diese Entscheidung alleine und unter Zeitdruck zu treffen. Als ich einen befreundeten Tierarzt aus Tirol anrief, bestätigte auch dieser mich in meiner Meinung, dass eine Narkose nur einen Tag nach diesem Kreislauf-Dilemma viel zu risikoreich sei.
Wir entschieden uns dagegen, bekamen aber Schmerzmittel mit, die wir Joker natürlich wieder mind. 3mal am Tag geben sollten.



Die darauf folgenden Tage mussten wir beinahe täglich zur Tierklinik (innerhalb von 14 Tagen hatten wir Tierarztkosten von € 600 zusammen- für das, dass es unseren Hund immer schlechter anstatt besser ging!). Es gab wieder Infusionen, Antibiotika, Tabletten für das Immunsystem, usw.
Auf meine Frage hin, ob die Medikamente nun abgestellt werden und der Venenzugang bitte endlich entfernt werden könne, hieß es nur, dass dies noch mehrere Tage notwendig sei.

Nach knapp einer Woche hielten wir es aber nicht mehr aus. Joker wollte nicht mehr spazieren gehen, musste mit dem Löffel gefüttert werden und lag träge in der hintersten Ecke unserer Wohnung. Wir erkannten ihn nicht mehr wieder.


Wir wollten uns eine zweite Meinung bei einer anderen Tierärztin holen.
Als diese unsere Geschichte hörte, war sie entsetzt. Sofort entfernte sie den Venenzugang (Jokers Pfote war schon ganz blau und angeschwollen). Den Verdacht eines Bandscheibenvorfalls konnte sie nicht bestätigen- sobald der Venenzugang entfernt war, zeigte Joker beim Springen und Laufen keinerlei Schmerzreaktion mehr. Auch sah sie, dass die Mandeln zwar leicht gerötet waren, aber von einer Entzündung war auch hier noch nicht die Rede.
Auf ihre Empfehlung hin konnten wir zwar nun endlich alle Medikamente absetzen, allerdings gab sie uns ein neues Diät-Trockenfutter mit. Dieses sollten wir nun mit dem bisherigen Diät-Nassfutter mischen und ihm täglich so geben- wenn nötig, auch für den Rest seines Lebens.

Ich war überrascht, dass Joker das Trockenfutter auch zwischendurch als Leckerli nahm. Allerdings war ich mit dieser Lösung mehr als unzufrieden, auch wenn unsere neue Tierärztin einen kompetenteren Eindruck machte als die vorherige Tierklinik.

Nach mehreren Wochen stellte ich zumindest den Nassfutter-Anteil wieder auf unser gewöhnliches Futter um. Das Diät-Nassfutter hatte Joker nie sonderlich gerne gegessen und auch gar nicht vertragen. Nach einiger Zeit ließ ich dann auch immer öfter das Diät-Trockenfutter weg und fütterte ausschließlich unser normales Nassfutter.
In Zeiten, wo Joker wieder Auffälligkeiten mit Magen/Darm zeigte, bestellte ich von unserem Futter eine Spezialkost mit Flohsamen. Für einige Zeit war das auch eine gute Lösung.
Allerdings wurde auch dadurch das eigentliche Problem nicht gelöst, geschweige denn eine Diagose gestellt...

Seit einigen Wochen beschäftige ich mich nun mit dem Umstellen auf BARF. Joker bekommt Schonkost (kein Fertig- und erst recht kein Diätfutter mehr!)- Morosche Möhrensuppe und rohes bzw. überbrühtes Hühnerfleisch. Schon jetzt geht es ihm deutlich besser.


Das Tierärzte-Drama geht weiter..
Doch heute folgte die nächste böse Überraschung.
Auf Empfehlung hin wollten wir heute eine Kotprobe abgeben und einschicken lassen, um ein Großes Kotprofil mit Elastase (Enzyme der Bauchspeicheldrüse) machen zu lassen.
Heute Morgen wollte ich mich telefonisch bei unserer Tierärztin erkundigen, ob ich direkt die Probe vorbeibringen könne. Doch deren Assistentin fragte uns erst mal, ob wir uns denn an ihre Anweisung gehalten und wirklich ausschließlich nur noch das Diät-Trockenfutter gegeben hätten. Als ich dies verneinte, spürte man förmlich, dass ihr das nun gar nicht passte.
Sie fragte, ob wir denn regelmäßig entwurmt hatten- ansonsten sollten wir uns heute nochmal Entwurmungstabletten holen (und das, obwohl ich ihr eine Kotprobe geben wollte, die sowieso im Labor u.a. auf Würmer untersucht werden hätte sollen?!).
Als ich dann meinte, dass ich wirklich nur ein Großes Kotprofil + Elastase machen wolle, meinte sie plötzlich, dass das nicht so einfach ginge. Auch wenn ich die Probe in einem eigens dafür vorgesehenen Röhrchen vom Tierarzt hätte- sie könne die Probe nur einschicken, wenn diese mit einem Stäbchen aufgesammelt worden wäre. Diese Stäbchen gibt es zwar nicht in der Apotheke zu kaufen, aber (Überraschung!) bei ihr in der Praxis. Aber erst mal würde Joker untersucht werden- davor würde gar nichts zum Labor geschickt werden. Es wurde allgemein sehr dazu gedrängt, dass ich doch bitte in die Praxis kommen solle und man sich dort was anderes überlegen würde (wie z.B. ein neues Diätfutter...).
Als ich entgegnete, dass bis jetzt noch kein Tierarzt auf die Idee gekommen wäre, eine Diagnose zu stellen und immer nur direkt Diätfuttermittel und Antibiotika verordnet wurden, antwortete sie, dass auch ein 3jähriger Hund den Rest seines Lebens dieses Futter bekommen könnte. Hauptsäche er verträgt es (was in unserem Fall ja nicht gegeben ist... ).
Schließlich betonte ich nochmal, dass ich keine Untersuchung oder Ausprobieren von Medikamenten, versch. Futtermitteln, etc wolle, sondern ausschließlich ein Großes Kotprofil mit Elastase.
Was daraufhin folgte, macht mich noch immer richtig sauer und hätte mir das hier wer erzählt, hätte ich's ihm wohl selbst niemals geglaubt.

Die Arzthilfe legte den Telefonhörer beiseite (vergaß aber wohl, dass ich alles mitanhören könnte solange sie mich nicht in die Warteschleife schaltete) und meinte zur Tierärztin: "Nein, die kennt sich aus. Da können wir das nicht probieren, dass wir ihr das erzählen".
Ich dachte echt, ich höre schlecht. Anschließend ging ich gar nicht mehr näher auf die Fragen am anderen Ende ein und das Telefonat war schnell beendet.

Ich wollte es noch bei einer anderen Tierarztpraxis versuchen. Immerhin wollte ich ja nur diese eine Kotprobe abgeben und in ein Labor schicken lassen- war das schon zu viel verlangt?!
Anschließend fand ich dann auch wirklich noch eine Praxis, bei der dieser Vorgang ganz ohne irgendwelcher Spezialstäbchen möglich war- die Probe hätte nicht einmal in den bestimmten Röhrchen sein müssen, ein Marmeladenglas hätte gereicht.



Dort wollte man uns ebenfalls dazu überreden, vielleicht erst mal zu entwurmen und nur ein Kleines Kotprofil ohne Elastase machen zu lassen. Mehrfach musste ich betonen, dass ich bitte ein Großes MIT Elastase haben möchte, entwurmt wurde unser Hund regelmäßig.
Schlussendlich zahlten wir dafür satte € 231. Aber ich war unendlich froh, als wir die Praxis verlassen konnten und nun sicher war, dass genau die Untersuchungen gemacht werden, die ich haben wollte.

Nun hoffen wir, dass wir längere Zeit keine Tierarztpraxis mehr betreten müssen, außer um das Ergebnis abzuholen. Unser Vertrauen in die Tierärzte ist (verständlicherweise) dauerhaft erschüttert.
Und erst jetzt erkenne ich, welches Glück meine Eltern mit ihrem Tierarzt in Tirol haben- denn (nicht nur) hier bei uns sind gute Tierärzte wohl leider Mangelware und es braucht sich niemand zu wundern, dass viele Tierbesitzer so gegen Veterinärmediziner hetzen. Mich wundert das leider nicht mehr!

Vielen Dank an dieser Stelle für die tollen Grafiken von >Aram und Abra<!



Kommentare:

  1. Oh, es tut mir so leid dass alles zu hören! Ich hatte auch lange Pech mit Tierärzten (aber ich glaube, so penetrant wie bei deinen Fällen, war das nie). jetzt bin ich sooo glücklich, dass wir endlich bei einem Tierarzt sind, der wirklich alle meine bedenken ernst nimmt und nie versucht mir etwas aufzuschwetzen. Wir haben hier eine starke Allergikerin und eine Tierarztodysee hinter uns. Selbst bei der Spezilistin, die mir ein immunmodulierendes Medikament geben wollte, musste ich ewig diskutieren und mich rechtfertigen, weil ich das nicht wollte. Ich wurde mit ein paar unschönen Bemerkungen quasi als Spinnerin dargestellt. Bei einer alten Tierärztin habe ich immer wegen den Impfungen diskutieren müssen. Mir wurde eingeredet, wie eichtig alle jährlich seien und alles andere wäre fahrlässig und ich würde meinem Hund den sicheren Tod aussetzen. Bei unserem jetzigen Haustierarzt ist das alles ganz anders. Wenn ich etwas ablehne, wird es ohne Diskussion akzeptiert. Er berät zwar, aber drängt nie zu etwas. Futter wird bei ihm überhaupt keines verkauft. Ich bin wirklich froh, dass ich einen Tierarzt gefunden habe, bei dem ich das Gefühl habe, dass er wirklich im besten Interesse des Tieres handelt. Ich hoffe, ihr findet auch so einen und natürlich hoffe ich auch, auf ein Untersuchungsergebnis, das endlich Mal eine vernünftige Diagnose zulässt. Das ist, meiner Meinung nach, das A und O einer jeden Behandlung. Leider werden ja bei Ärzten (auch bei Humanärzten) viel zu gerne nur Symptome behandelt, statt die Ursachen zu bekämpfen.

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    1. Hey,

      danke für deinen lieben Kommentar!

      Ja uns wurde ebenfalls oft unterstellt, wie fahrlässig und verantwortungslos wir handeln würden.
      Ich kann mich noch erinnern, dass wir letztes Jahr aufgrund von (wieder einmal auftretenden) Magen-Darm-Problemen mit Joker zu unserer damaligen Tierklinik hin sind.
      Er wurde untersucht, bekam wieder einmal Antibiotika, alles wie immer. Dann wurde der Impfpass kontrolliert und ich wurde regelrecht zusammen geschissen, weil eine der Impfungen bereits seit 3 Monaten fällig gewesen wäre. Ich sagte dann, dass ich damit noch warten wolle bis die gesundheitlichen Probleme geklärt wären. Aber das wurde nicht akzeptiert und ich wurde deshalb richtig fertig gemacht.

      Mit deinem jetzigen Tierarzt kannst du dich offensichtlich echt glücklich schätzen :-) Bei uns wird es wohl noch etwas dauern bis wir so einen Tierarzt hier bei uns finden. Mir fällt es auch noch sehr schwer zu vertrauen und ich kann mir noch gar nicht vorstellen, dass ich mal von der Entscheidung und den Rat eines Tierarztes abhängig sein könnte. Absoluter Albtraum!

      Aber mittlerweile ist das Ergebnis des Labors da. Bis auf Chlostridien ist alles ok und das bekommt man mit Ernährung wieder gut hin (uns wurde aber trotzdem zusätzlich noch Antibiotika empfohlen - eh klar, oder?).
      Auf dieser Basis können wir jetzt endlich mit einer gesunden Ernährung beginnen und so hoffentlich einige Tierarztbesuche vermeiden :-)

      Alles Gute euch und liebe Grüße,
      Natascha & Joker

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  2. Hey ihr Zwei,

    alter Vadda - da platzt einem ja beim Lesen schon der Kragen!
    Unglaublich, was die mit euch abgezogen haben.

    Es gibt sie aber wirklich, die vernünftigen Tierärzte. Die einen bei speziellen Dingen lieber zum Kollegen schicken, weil der sich besser auskennt, statt selbst die Kohle zu machen. Die ohne Überredungsversuche Kotproben Untersuchungen, statt Wurmkuren wie Bonbons in den Hund zu schmeißen. Entwurmt wurde hier seit Welpenzeiten nicht mehr.

    Wir drücken euch Daumen und Pfoten, dass Joker es jetzt erstmal geschafft hat und euch weitere Dramen erspart bleiben.

    Liebe Grüße,
    Mara und Abra

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    1. Hey,

      vielen lieben Dank für Deinen Kommentar!

      Meine Eltern haben das Glück, gleich von Anfang an einen solchen Tierarzt gefunden zu haben. Dieser kennt mich von Kindheit an und unterstützt uns jetzt telefonisch so gut es geht.

      Aber mir fällt es gerade sehr schwer, hier einen neuen Tierarzt zu finden bzw. mir überhaupt auch nur vorzustellen, dass wir in den nächsten Jahren womöglich auch noch von dessen Rat abhängig wären und diesem vertrauen müssten. Absolute Albtraumvorstellung gerade- vor allem nach unseren Erfahrungen.

      Aber derzeit sieht es gut aus. Das Ergebnis des Labors ist da- bis auf Chlostridien ist alles okay und diese bekommt man mit Ernährung gut hin (uns wurde trotzdem direkt wieder Antibiotika empfohlen- überflüssig, das zu erwähnen,oder?).

      Vielen Dank, euch auch alles Liebe!
      Liebe Grüße,
      Natascha & Joker

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  3. Oh Gott, oh Gott! Da kann man ja nur froh sein, dass du selber einen funktionierenden Menschenverstand hast! Ich mein, da gibt's sicher viele, die das nicht raffen und sich ausnehmen lassen und dabei dem Hund schaden, obwohl sie helfen wollen!
    Als Rosi aus Spanien kam, wurde sie auch krank und immer schwächer, es wurde alles zwei Mal getestet, von Mittelmeerkrankheiten über eigentlich alles, was Blutbilder, Röntgenbilder, Infusionnen und insgesamt 1.500€ (!) bedeutete... dann wurden wir in die Klinik überwiesen, die sich zwar auch nicht sicher waren, aber dann auf Lungenentzündung behandelten und glücklicherweise half das.
    Das nächste Mal hatte Rosi von einem anderen Tierarzt Bravecto wegen einer Milbe im Ohr bekommen und fing an 4-5 mal so viel zu trinken und dementsprechend auch zu pinkeln. Da wurde die Blase punktiert und Urin eingeschickt, irgendwann hieß es, es könnte stressbedingt sein und die Diagnose dazu sei lang und teuer... wir sind dann einfach nicht mehr hin und es hat sich von selbst normalisiert. Es ist mein erster eigener Hund und auch ich bin jetzt schlauer!
    Es ist so schade, dass man tatsächlich misstrauisch sein "muss" und da hast du zum Glück alles richtig gemacht! Das mit dem Telefonat ist natürlich die Höhe... sowas müsste man eigentlich anzeigen oder öffentlichen machen... das sowas Tierarzt ist... ich bin immer wieder enttäuscht, dass es sowas gibt!
    Wir wünschen euch alles Gute und viel, viel Gesundheit...
    Nina und Rosi

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    1. Hallo,
      vielen Dank für den lieben Kommentar!

      Ja ich war selbst viel zu lange so gutgläubig, obwohl ich es eigentlich besser wissen hätte können. So oft hatte ich zuvor Erfahrungsberichte von Tierhaltern gelesen, die ähnliches wie wir durch gemacht hatten und von ihren Tierärzten mehr oder weniger nur verarscht worden sind. Auch in Büchern, die ich mir damals extra bestellt hatte, wurden alternative Behandlungswege aufgezeigt.

      Das hat mir zwar zu einer kritischeren Sichtweise verholfen, aber ich wusste trotzdem nicht weiter. Denn wenn einem der Tierarzt sagt, dass seine Methoden die richtigen sind und man liest z.B. auf Facebook, dass dem nicht so ist- dann glaubt man natürlich erst mal dem Tierarzt und nicht irgendwelchen unbekannten Verfassern von Facebook-Kommentaren.

      Ich wünschte mir nur, ich hätte mal früher auf das gehört, von dem ich so viel gelesen hatte und hätte die Behandlungswege unserer mittlerweile zahlreichen Tierärzte schon eher hinterfragt. Zb dass ständiges Diätfutter und Antibiotika niemals eine dauerhafte Lösung sein kann.

      Wenn ich jetzt beim Spazieren gehen auf andere Hundehalter treffe und mit ihnen ins Gespräch komme, kann ich innerlich nur noch den Kopf schütteln, wenn sie mir vorschwärmen, welch gutes Futter ihnen ihr Tierarzt neulich verkauft hat und wieviele "hilfreiche" Medikamente ihr Hund nun in regelmäßigen Abständen bekäme.
      Oft erzähle ich ihnen dann, welche Erfahrungen wir dieses Jahr machen durften- aber viele nehmen mich da gar nicht ernst. Ihr Tierarzt wird regelrecht vergöttert und alle, die gegenteiliges behaupten, haben nur was missverstanden oder sind selbst Schuld an ihrem Dilemma.
      Denn IHR Tierarzt würde niemals so etwas machen.
      Was soll man da noch dazu sagen..

      Neulich erzählte mir eine Hundebesitzerin, dass sie mehrere Tierärzte hier in der Stadt durch hätte und nun bei einer Tierärztin sei, der sie wirklich vertrauen könne.
      Und zufälligerweise war das genau diese Tierärztin, die ich in meinem Blogbeitrag erwähne, wie sie sich mit der Arzthilfe besprochen hat, während ich am Telefon noch dran war.
      Der Hundehalterin konnte ich das nicht einmal erzählen. Die wäre direkt dort zur Praxis gerannt und hätte das weitererzählt und ich hätte womöglich noch mit Konsequenzen rechnen müssen. Aber ich hätte der Hundehalterin nur zu gerne erzählt, wie sehr sie sich leider täuscht...

      Vielen Dank, wir euch auch!
      Liebe Grüße
      Natascha

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  4. Kennt ihr das Buch 'Tierärzte können die Gesundheit Ihres Tieres gefährden' von Dr. Jutta Ziegler? Sehr zu empfehlen. Es gibt gute Tierärzte, aber ich habe leider auch schon andere Erfahrungen gemacht. Seit einem Besuch bei einer Tierheilpraktikerin war ich mit meinem Hund nur noch zum Krallen schneiden beim Tierarzt.
    Alles Gute für Euch!
    Petra und Charly

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    1. Hey,
      vielen Dank für den Tipp- das war unser erstes Buch zu diesem Thema :-) Hat mich so sehr zum Nachdenken gebracht, dass ich mir damals noch gleich "Hunde würden länger leben, wenn..." von Jutta Ziegler und "Katzen würden Mäuse kaufen" von Hans-Ulrich Grimm bestellt habe. Alles sehr tolle Bücher!

      Wobei mir Dr Jutta Ziegler von den Ansätzen her gut gefällt, aber teilweise dann doch zu extrem ist. Wenn ein Hund wirklich Würmer hat, würde ich mich nur ungern auf natürliche Mittel verlassen und in so einem Fall schon lieber richtig entwurmen. Aber dafür wirklich nur wenn es nötig ist :-)

      Vielen Dank, euch auch!
      Liebe Grüße
      Natascha

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