Donnerstag, 3. August 2017

Auf den Hund gekommen

Da ich noch ganz am Anfang meiner "Bloggerkarriere" stehe, wollte ich euch erzählen, welche Rolle Hunde in meinem Leben spielen.

Aufgewachsen bin ich in Tirol bei meinen Eltern mit einem Bobtail. Balu war unser erster Hund und meine Eltern hatten dementsprechend noch keine Erfahrung. Er stammte aus einer Massenzucht aus Ungarn - der Züchter hatte dort ständig an die 10 (!) Rassen im Angebot. Meine Eltern waren der Meinung, dass ein Züchter bei dieser Menge an Hunden doch sicher erfahren wäre und Ahnung hätte und entschieden sich für Balu.
Kaum zuhause angekommen gingen die Scherereien schon los. Balu war mehr oder weniger leider sein ganzes Leben lang krank. Er hatte pausenlosen Durchfall und immer wieder kommende Ekzeme, die sich nur mit teuren Hundeshampoos behandeln ließen, die es (zumindest damals) nur in Deutschland gab.
Trotz allem war er ein Traum von einem Hund. Als meine Mutter mit mir schwanger war, war Balu im Umgang mit ihr ganz besonders vorsichtig geworden und als ich im Alter von 3-4 Jahren (hundebegeistert wie ich war) zu jedem Hund, der uns entgegen kam, einfach drauf losstürmte, stellte sich unser Bobtail schützend dazwischen.
Eine amüsante Tatsache ist mir aber ganz besonders im Gedächtnis geblieben. Meine Mutter hatte sich gerade erst vorgenommen, täglich joggen zu gehen und Balu sollte natürlich mitkommen. Offensichtlich war dieser aber anderer Meinung- die Joggingrunde musste meine Mutter alleine laufen, während er regelmäßig nach wenigen Metern wieder umdrehte und brav vor der Haustür auf sie wartete.
Als Balu nach 9 Jahren eingeschläfert werden musste, brach für meine Eltern und mich eine Welt zusammen. Zum ersten Mal in meinem Leben sah ich meinen Vater weinen. Dieser schwor sich daraufhin, uns niemals wieder einen Hund zu holen- der Schmerz im Falle eines Verlusts sei einfach zu groß.

Nach mehreren Monaten hielten es meine Mutter und ich nicht mehr aus. Als wir dann auch noch zufällig mitbekamen, dass mein Vater heimlich nach Labrador- und Berner Sennenhund- Züchtern suchte, war der Einzug eines neuen Familienmitglieds für uns schon beschlossene Sache.
Da mein Vater jedoch den Wunsch hatte, mit unserem neuen Hund viel Sport machen zu können (war das doch mit Balu leider bis auf gemütliche Wanderungen nicht möglich gewesen), fiel die Wahl schon bald auf einen Siberian Husky. Wir fuhren zu einer Züchterfamilie nach Oberösterreich und holten uns unsere erste Husky-Hündin Akeela. Schon kurz darauf folgte (vom selben Züchter) der Rüde Bandit. Wir waren gepackt vom Husky-Fieber!
Meine Mutter spendierte meinem Vater daraufhin ein Wochenende bei einem Schlittenhunderennen in Salzburg. Es wurden unzählige Fotos gemacht, Kontakte geknüpft, Wissen eingeholt und neue Freundschaften entstanden- und es kam wie es kommen musste. Unser dritter Husky, Hündin Cheyenne, zog bei uns ein. Ab jetzt sollte sich einiges ändern.

Mein Vater mit unserem Rudel


Wir hörten von anderen Leuten immer wieder, dass diese sich schwarz-weisse Huskies mit blauen Augen zugelegt hatten, weil sie doch so schön seien. Aber im Endeffekt waren sie damit völlig überfordert. Immer wieder nahmen wir Hunde aus schlechter Haltung auf und unsere Liebe zu den Nordischen sprach sich schon bald herum. Plötzlich standen wildfremde Leute vor unserer Haustür und wollten bei uns ihren Hund abgeben, weil er ihnen lästig geworden war.
Doch nachdem wir noch mehreren Hunden bei uns ein neues Zuhause gegeben und einen eigenen Wurf bekommen hatten, waren auch unsere Kapazitäten irgendwann am Ende.
Um die 20 Huskies hatten bzw. haben wir und meine Eltern waren und sind sich einig, dass nun Schluss ist. Trotz der perfekten Bedingungen für eine solche Hundehaltung (3000m² Garten, angrenzender Grund an einem Bach steht ebenfalls zur Verfügung + eigener Trail für Wagen- und Schlittenfahrten), fehlt eben leider doch die Zeit für jeden einzelnen Hund.

Ich lebte damals noch bei meinen Eltern und wünschte mir schon lange einen Haushund für meine separate Wohnung im Elternhaus.
Zufällig retteten damals Bekannte meiner Eltern einen Collie-Bernersennen-Mischling aus dem Tierheim, der als gefährlich galt und deshalb sonst eingeschläfert werden hätte müssen. Behalten hätten sie ihn jedoch auch nicht können, da sie nur noch freie Außenzwinger hatten und der Colliemischling mit seinem Fell dort jämmerlich erfroren wäre.
So kam Lucky zu uns :-) Er war 6 Jahre alt und hatte bereits sieben Vorbesitzer gehabt. Über Umwege fanden wir heraus, dass er von Kindern getreten worden und das ganze Jahr über (auch bei Minusgraden) in die Garage mit Betonboden gesperrt worden war. Der "gefährliche" Rüde hatte zu Beginn zwar einige Macken, aber seine anfängliche Skepsis verflog schon bald und er entwickelte sich zu einem Traumhund. Meine Eltern konnten sich sicher sein, dass mir in seiner Begleitung abends nichts passieren würde und er war absolut dankbar für sein neues Leben.
Im stolzen Alter von 14 Jahren musste aber leider auch er uns verlassen.

Unser etwas anderer "Husky": Lucky


Nun wohne ich schon seit einiger Zeit mit meinem Freund in einer eigenen Wohnung. Über ein Online-Inserat stieß unser erster gemeinsamer Hund zu uns- Joker.
Da ich mit großen Hunden aufgewachsen bin, war es erst einmal etwas ungewohnt für mich, plötzlich einen kleinen Maltesermischling zu haben. Aber da wir am Stadtrand in einer Mietwohnung wohnen, ist Joker für uns der perfekte Hund :-)
Aber von diesem Familienmitglied werde ich hier auf unserem Blog noch genug erzählen.

Wie seid ihr auf den Hund gekommen? Ich würde mich sehr über eure Geschichten freuen!

Liebe Grüße,
Natascha & Joker

Kommentare:

  1. Hallo :) Sehr spannend das deine Eltern ein ganzes Rudel von Huskys halten. Bei uns im Park ist der Husky gerade ein absolutes MustHave und von den Haltern ist vielleicht einer geeignet, aber durch unseriöse Züchter und Games of Thrones sind sie ja gerade ziemlich in. Ätzend...aber was will man machen.

    ALSO voll am Thema vorbei mein Gerede. Wie du bin auch ich mit Hunden aufgewachsen. In meinem Fall mit einem Dackel. Einem richtigen Matcho. Bei meinen Eltern folgte auf den Dackel ein Labi. Ich selbst habe über einige Umwege einen Wasserhund und morgen zieht noch ein Collie bei uns ein :) Einmal vom Hundefieber gepackt wird man es nicht mehr los, sondern steckt noch andere damit an. In meinem Fall meinen Freund :)

    Grüße Denise

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  2. Hallo! Danke erst mal für den ersten Kommentar auf meinem Blog- du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr mich das gefreut hat :-)

    Ja es schadet dem Husky sehr, dass er gerade wieder so "in" ist. Meine Eltern hätten laufend neue Hunde bekommen (zb fand einer Huskies extrem toll und hat sich, ohne das mit seiner Familie abzusprechen, einen geholt- seine Frau fand das aber weniger toll..), aber leider können sie nicht jedem helfen. Und bei so vielen Hunden kann man jedem einzelnen Humd leider nicht mehr die Aufmerksamkeit bieten, die er vielleicht als Einzel- oder Zweithund hätte.
    Trotzdem sind Huskies oft Hunde, die mit einem Rudel um sich glücklicher sind (Ausnahmen gibts immer) und mir tut das auch immer sehr Leid, wenn ich in der Stadt einen Husky sehe und dessen Besitzer offensichtlich damit überfordert ist.
    Als meine Eltern noch weniger Hunde und keine Erfahrung im Zughundesport hatten, ging mein Vater allein am Vormittag oft 3-4 Stunden Bergtouren. Das wäre für uns z.B undenkbar, deshalb sind wir mit einem kleinen Hund einfach besser dran.

    Aber generell kann man wohl immer sagen, dass die Hunde meistens darunter leiden, wenn die Rasse gerade mal wieder "in" ist. Wie viele schaffen sich derzeit einen AmStaff oder Kangal an und können die Bedürfnisse dieser Rassen von grundauf nicht erfüllen :-(

    Ja bei uns ist es ähnlich- mein Freund hatte zuvor auch noch nie einen Hund und wollte, wenn schon, mal einen grossen Rottweiler haben. Tja, daraus wurde dann ein kleiner Maltesermischling :-) Er hat aber, obwohl das sein erster Hund ist, ein ausgesprochen gutes Händchen und ist im Umgang mit Joker oft viel sicherer als ich. Und mittlerweile könnte er sich das ohne Hund natürlich auch nicht mehr vorstellen!

    Ah nun habt ihr schon euren Collie, oder? Hat er sich schon gut eingelebt? Und wie geht es eurem ersten Hund damit?
    Wir haben auch lange überlegt, ob wir uns einen Zweithund holen sollen und hätten schon verlockende Gelegenheiten gehabt. Allerdings ist Joker echt ein unvorstellbares Sensibelchen und wir haben die Befürchtung, dass er damit nicht zurecht kommen könnte. Deshalb bleibt er besser weiterhin unser verzogenes Einzelkind ;-)
    Warum habt ihr euch für einen Zweithund entschieden :-)? Hattet ihr ähnliche Überlegungen wie wir?

    Danke noch mal für deinen netten Kommentar!!
    Liebe Grüsse,
    Natascha

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